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Die Orden vom Hl. Johannes

 

Neben dem Malteserorden werden nur noch 4 weitere nicht katholische Orden vom Hl. Johannes als Ritterorden anerkannt. Diese Orden unterscheiden sich von sonstigen nationalen Orden durch ihr christliches Glaubensbekenntnis und durch ihre Tradition als christliche Laienorden. Die 4 Orden vom Hl. Johannes zu Jerusalem haben sich in der "Allianz" der Johannesorden assoziiert und sind mit dem Malteserorden durch die gemeinsame Geschichte und den gemeinsamen Auftrag, der Sorge um die Kranken und Bedürftigen verbunden. Sie werden von den staatlichen Autoritäten derjenigen Länder anerkannt, in denen sie ihren Sitz haben. Nachfolgend eine kurze Darstellung der vier Johannesorden, die vom Souveränen Malteserorden anerkannt werden:

Ballei von Brandenburg des Hl. Johannes zu Jerusalem

Der Malteserorden hat sich im 12. und 13. Jahrhundert in Deutschland niedergelassen und hat dort ein Großpriorat gegründet. Im 16. Jahrhundert wurde ein Teil des deutschen Großpriorates, die Ballei Brandenburg, protestantisch und stellte sich unter den Schutz der Markgrafen von Brandenburg, der künftigen Könige von Preußen. Die Ballei unterhielt weiterhin freundschaftliche Beziehungen zum Souveränen Malteser Orden. Im Jahr 1811 wurde sie vom König von Preußen aufgelöst, der wenig später den Königlich- Preußischen Johanniterorden als Verdienstorden gründete. Im Jahr 1852 lebte er als Ballei von Brandenburg wieder auf und wurde ein Orden des preußischen Adels. Mit dem Untergang der Monarchie im Jahr 1918 löste sich der Orden vom Staat und wurde unabhängig. Er ist in weiteren Ländern Europas, in Kanada und in den Vereinigten Staaten vertreten, unterhält in Deutschland Krankenhäuser und Altenheime und führt die Johanniter-Unfallhilfe. Es gibt autonome Niederlassungen des Ordens in Finnland, Frankreich, Ungarn und in der Schweiz.

Der Orden vom Hl. Johannes in den Niederlanden

Mit Beginn des 12. Jahrhunderts tritt der Malteserorden in den Niederlanden in Erscheinung. Nach der Aufhebung der Ballei Brandenburg durch den König von Preußen im Jahr 1811 schlossen sich einige Holländer zusammen, um den Orden im Jahr 1852 neu zu gründen. Dies führte im Jahr 1909 zu einer eigenen Niederlassung im Königreich der Niederlande. Im Jahr 1946 trennte man sich vom deutschen Johanniterorden und stellte sich unter den Schutz der niederländischen Krone, ohne jedoch ein niederländischer Staatsorden zu werden.
Der Orden betreibt Krankenhäuser und Hospize und arbeitet bei verschiedenen karitativen Projekten mit dem Souveränen Malteserorden zusammen.

Der Orden vom Hl. Johannes in Schweden

Der Malteserorden ließ sich im 12. Jahrhundert in Skandinavien nieder. Im Jahr 1530 wurde er protestantisch. Der neue Orden gehörte zur Ballei von Brandenburg. Im Jahr 1920 wurde er neu organisiert und dem deutschen Johanniterorden unterstellt, verblieb aber unter dem Schutz der schwedischen Krone. Im Jahr 1946 löste er sich aus der Abhängigkeit des deutschen Johanniterordens. Heute ist er in der Betreuung von Senioren und Kranken aktiv und arbeitet mit schwedischen Krankenhäusern zusammen sowie mit karitativen und christlichen Einrichtungen. Er beteiligt sich an internationalen Programmen für Flüchtlinge und für politische Gefangene.

Der Ehrwürdige Orden vom Hl. Johannes in Großbritannien

Der Maltesrorden ließ sich im 12. Jahrhundert auf den britischen Inseln nieder. Nach einer kurzen Periode unter der Herrschaft der Königin Maria, hörte er bereits unter der Herrschaft von Heinrich VIII. auf zu existieren. Im Jahr 1830 wurde der Versuch unternommen, den Orden im Vereinigten Königreich wieder zu beleben, allerdings mit wenig Erfolg. Erst im Jahr 1870 entwickelte er sich als humanitäre Einrichtung. Im Jahr 1888 wurde er von Königin Victoria als Orden anerkannt, aber nicht als staatlicher Orden, sondern als Orden der Krone. Heute ist er allgemein anerkannt für seine Tätigkeit im Ambulanz- und Erste Hilfe Dienst. Er ist in verschiedenen Ländern präsent, so in Jerusalem, wo er ein weithin bekanntes Zentrum für Augenheilkunde unterhält. Der ehrwürdige Orden hat Priorate und Assoziationen in rund 40 meist englischsprachigen Ländern. Er ist der einzige Orden unter den Orden vom Hl. Johannes ohne restriktive Aufnahmebedingungen.

 

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